Biografie Hildegard
Geboren in der ehemaligen DDR, trat Hildegard Przygoda (geb. Wiesner) bereits
kurz nach ihrem Schulabschluss in das familieneigene Putzinstitut ein, welches
stolz auf eine jahrzehntelange Erfahrung zurückblicken darf. Gegründet
wurde der traditionsreiche Betrieb von der Urgrossmutter mütterlicherseits.
Nach wenigen Lehr- und Wanderjahren (wobei das "Wandern" in der damaligen
DDR eher auf Haus und Garten beschränkt war) übernahm Frau Przygoda
das Institut bereits in Leitungsfunktion. Schon vor der Wende besuchte sie zahlreiche
berufsspezifische Weiterbildungen. Fleiss, Leidenschaft - und natürlich
Veranlagung - machten sie so zu einer echten Koryphäe auf dem Gebiet der
Raumhygiene. Vor allem ökologisches Putzen lag ihr von Anfang an sehr am
Herzen, weshalb sie auch auf der ersten Microfaser-Welle bereits ganz vorne
mitsurfte. Ihrer ausgeprägten Mitteilsamkeit trug sie Rechnung, indem sie
Weiterbildungsseminare an der Schule der "Deutschen Frauenbewegung"
gab.
Keine Zeit verlor Frau Przygoda nach dem Fall der Mauer, um sich den Themen
der westlichen Welt zu öffnen. Sie bildete sich unter anderem in Betriebswirtschaft,
Feng Shui und einigen Wellnessbereichen wie Yoga oder "Ayurvedische Lebensgestaltung"
aus. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass Frau Przygoda durch regelmässiges
Bikram-Yoga in der Sauna der Volksgesundheit eine Gelenkigkeit entwickelte,
welche ihr bald den Ruf der "Putzschlange" eintrug und Augenzeugen
sprachlos zurückliess. Dank ihrer schnellen Auffassungsgabe war es für
Frau Przygoda ein Leichtes, die neuen Lifestyle-Themen mit ihrem Handwerk zu
kombinieren und so entstanden durch ihre Feder pfiffige Ratgeber zu Themen wie
"Pilates mit Stumpf und Stiel bzw. Besen und Tuch", "Putz for
Fun", und "Raumpflege zwischen Sofa und Sushi-Lounge". Aber auch
intime Bereiche stellten für Frau Przygoda nie ein Tabu dar. So promovierte
sie als eine der ersten Absolventinnen in den Lehrgängen "Sexualität
in Zeiten der bakteriellen Reinlichkeit" und "Sauber zwischen Bein
und Hut - Körperhygiene und Lifestyle".
Als besonderen Meilenstein in ihrer Karriere sah Frau Przygoda die Einladung
zur Buchpräsentation "Die Putzfraueninsel", wo sie Gelegenheit
hatte, mit der Autorin einige Fachsimpeleien auszutauschen - wenngleich sie
selber als Feriendestination nach wie vor Hoyerswerda in der Lausitz bevorzugt.
Lange Radwandertouren um die Uhyster Teiche und die Elster-Aue bringen ihr Entspannung
und Erholung, die Nähe zum polnischen Wodka ab und zu ein wohlverdientes
Damenräuschchen.
Verheiratet ist Frau Przygoda seit 1960 mit Erwin Przygoda, 1964 kam ihr einziges
Kind, Sohn Rudi, zur Welt. Durch das Coming-Out ihres Sohnes vor einigen Jahren
beschäftigte sich Frau Przygoda zunehmend auch mit den Themen Homosexualität
und HIV. In der ihr eigenen Gründlichkeit sammelte sie Informationen und
eignete sich ein umfangreiches Wissen an, welches sie - wen wunderts - sogleich
mit ihrer Kernkompetenz, der Raumhygiene, unter einen Hut, bzw. Putzlappen zu
bringen versuchte. Vor kurzem gründete sie ein Institut, welches sich zum
Ziel setzte, Hygiene, Gesundheit, Lifestyle und Prävention in der Gesellschaft
zu fördern. Das Konzept sieht eine Raumpflege mit beratenden Aufgaben in
den genannten Bereichen vor - eine Innovation in diesem Berufszweig, die ihresgleichen
sucht!
Die Aids-Hilfe Zürich freut sich sehr, dass sie Frau Przygoda vor zwei
Jahren für eine wertvolle Zusammenarbeit gewinnen konnte. So reinigt sie
Saunen und seit einem Jahr auch Bar-Theken und bringt dabei gleichzeitig ihr
fundiertes Wissen über Gesundheit und Prävention an den schwulen Mann.
Ihr mittlerweile legendärer Ruf eilt ihr voraus - und Frau Przygoda gibt
sich alle Mühe, ihm hinterher zu wetzen. Manchmal ist er schneller..
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