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Hepatitis

Was ist Hepatitis:

Hepatitis ist eine Leberentzündung und wird umgangssprachlich als Gelbsucht bezeichnet. Am häufigsten wird sie durch so genannte Hepatitis-Viren verursacht. Bisher sind die Viren A, B, C, D, E und G bekannt.
Vor allem die Hepatitis Viren A, B und C lösen akute oder chronische Lebererkrankungen aus.


Hepatitis A

Andere Bezeichnung:

  • Leberentzündung
  • Reise-Hepatitis
  • "Gelbsucht"

Erreger:
Hepatitis A-Virus

Übertragung:
Virus kommt im Kot von Infizierten vor und kann auch längere Zeit ausserhalb des Körpers überleben.
Übertragung durch verunreinigtes Wasser und Nahrungsmittel (z.B. ungeschältes Obst, Meeresfrüchte, Eis) sowie bei sexuellen Praktiken wie Rimming (Arschlecken) und Spiele mit Kot.

Inkubationszeit:
2 bis 8 Wochen

Symptome:
Akute Infektion: grippeähnliche Symptome, Fieber, Unwohlsein, Abneigung gegen fettreiche Nahrungsmittel und Alkohol, Schmerzen unter dem Rippenbogen, Durchfall, Erbrechen. Bei ca. 1/3 der Infizierten gibt es eine Gelbsucht mit Juckreiz, dunklem Urin, hellem Stuhl und Gelbfärbung von Haut und Augen.

Diagnose:
Körperliche Untersuchung und Bluttest beim Arzt

Behandlung:
Keine besondere Therapie
Schone deinen Körper, verzichte auf Alkohol und Drogen und iss fettarm


Krankheitsdauer:
Die Krankheit heilt normalerweise von allein vollständig aus. Der Körper ist danach vor einer erneuten Ansteckung mit HEP-A immun.
In sehr selten Fällen (0,1%) akutes Leberversagen mit hoher Sterblichkeit.

Vorbeugung:
Aktive Impfung mit Totimpfstoff (2 Impfungen im Abstand von 1 Monat), wirkt etwa 10 Jahre und kann zusammen mit Impfung gegen HEP-B erfolgen (Kombi-Impfung).

Hepatitis B

Andere Bezeichung:

  • Leberentzündung
  • "Gelbsucht"
Erreger:
Hepatitis B-Virus

Übertragung:
Sich mit HEP-B zu infizieren, ist 100-mal leichter als mit HIV. Der Virus ist sehr widerstandsfähig und kommt in vielen Körperflüssigkeiten vor: Blut, Sperma, Tränen, Lusttropfen, Speichel, Blut und Urin.
Eine Übertragung ist möglich über Oralverkehr, ungeschützten Analverkehr ev. sogar über Küssen.
Ausserdem beim gemeinsamen Gebrauch von Rasierklingen oder bei unhygienischem Tätowieren oder Piercen.
Beim gemeinsamen Benützen von Fixerutensilien (Löffel, Nadel, Spritze, Filter) oder beim gemeinsamen Gebrauch von Kokainröhrchen.

Inkubationszeit:
1 - 6 Monate

Symptome:
Oft nur geringe Beschwerden, so dass die Infektion nicht bemerkt wird.
Akute Infektion: grippeähnliche Symptome, Fieber, Unwohlsein, Abneigung gegen fettreiche Nahrungsmittel und Alkohol, Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen, Durchfall, Erbrechen.
In rund einem Drittel der Fälle Gelbsucht mit Juckreiz, dunklem Urin, hellem Stuhl, Gelbfärbung der Haut und Augen.

Bei etwa 10 - 30% der Fälle verläuft die Infektion chronisch sowie verstärkt bei HIV+ Männern. In etwas 10 - 30% der chronischen Fälle aggressiver Verlauf mit Einschränkungen der Leberfunktionen und Leberfibrose (Vermehrung des Bindegewebes in der Leber). Es kann dann zum vorzeitigen Tod durch Leberzirrhose (narbige Schrumpfung) oder Leberkrebs (nach 10 - 40 Jahren) kommen.

Diagnose:
Mittels körperlicher Untersuchung und Bluttest beim Arzt

Behandlung:
Schone dich und verzichte auf Alkohol, Drogen und fettreiche Nahrung.
Bei Verdacht auf eine frische Ansteckung empfiehlt es sich, eine sofortige passive Impfung durchzuführen. Diese senkt das Risiko, dass die Krankheit chronisch verläuft. Bei chronischer HEP-B Behandlung mit Interferon.


Hepatitis C

Andere Bezeichnung:
- Leberentzündung
- Gelbsucht

Erreger:
Hepatitis C-Virus

Übertragung:
Blut-Blut-Kontakte. Zum Beispiel beim gemeinsamen Gebrauch von Fixerutensilien, Rasierern oder bei unhygienischem Tätowieren oder Piercen.
Übertragung durch sexuelle Praktiken wie Analverkehr; Fisten wird zunehmend diskutiert und scheint möglich.
Ebenfalls Peitschenaustausch ohne vorherige Desinfektion. Unbehandelte andere Geschlechtskrankheiten erhöhen das Risiko, sich mit HEP-C zu infizieren.
Empfänger von Blutprodukten waren bis ca. 1991 besonders gefährdet, heute liegt die Wahrscheinlichkeit bei fast 0 %.

Inkubationszeit:
20 Tage - 6 Monate

Symptome:
Akute Infektion: bei fast 90% der Fälle verläuft dieses Stadium unbemerkt. Bei den übrigen Gelbsucht mit grippeähnlichen Symptomen, Abneigung gegen fettreiche Nahrungsmittel und Alkohol, Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen, im rechten Oberbauch, Durchfall und Erbrechen.

Wenn zu einer HEP-C eine HEP-A oder B hinzukommt, kann dies zum Tode führen.
In 50 - 80% der Fälle verläuft die Krankheit chronisch. Die Symptome sind dann milder wie Müdigkeit, unspezifische Oberbauchbeschwerden, Leistungsschwäche und Juckreiz.
In etwa 20 - 30% der chronischen Fälle verläuft die Krankheit aggressiver, mit Einschränkungen der Leberfunktionen, Leberfibrose, Leberzirrhose und Leberkarzinom.
Von Infektion bis Vollbild Leberzirrhose vergehen im Durchschnitt 20 - 30 Jahre, rascher bei zusätzlichem Alkohol- oder Drogenmissbrauch.

Diagnose:
Bluttest und Leberuntersuchung
Bis zu einem halben Jahr nach der Infektion bestehen die besten Behandlungs- und Heilungschancen.

Behandlung:
Gönne dir Ruhe und verzichte auf Alkohol- oder Drogenkonsum.
Bei akuter Infektion: Behandlung mit Interferon-Monotherapie, so kann ein chronischer Verlauf verhindert werden.
Spätere Behandlung mit Interferon und virushemmenden Medikamenten zum Teil erfolgreich.

Krankheitsdauer:
Abhängig von Schwere und Verlauf der Infektion, bei Chronifizierung lebenslang.

Vorbeugung:
Eine Impfung ist nicht möglich.
Safer Sex und Safer Use schützen, beim Fisten Handschuhe benützen.

Hepatitis D

Hepatitis D ist ein "unvollständiges" Virus und benötigt zu seiner Vermehrung die Hülle des Hepatitis B-Virus. Es kann nur zusammen mit diesem oder auf Menschen, welche schon HEP-B haben, übertragen werden. In der Schweiz ist HEP-D selten.
Häufig kommt HEP-D in Mittelmeerländern vor.

Erreger:
Hepatitis D-Virus (HDV)

Übertragung:
Blut-Blut-Kontakt. Bei gemeinsamem Gebrauch von Spritzenbesteck, bei unhygienischem Tätowieren oder Piercen, bei ungeschütztem Analverkehr.

Inkubationszeit:
1 - 6 Monate

Symptome:
Akute Infektion: häufig keine oder kaum Symptome. Schwerer Verlauf bei akuter HEP-B und zusätzlicher Infektion mit dem HDV.
Bei chronischem Verlauf von HEP-B ergibt eine zusätzliche Infektion mit dem HDV vermehrt Leberzirrhose, mehr als bei anderen Hepatitisformen.

Diagnose:
Blutuntersuchung

Behandlung:
Eine Standardtherapie existiert nicht.

Krankheitsbilder:
Sind abhängig von Schwere und Verlauf der Infektion

Vorbeugung:
Impfung gegen Hepatitis B, schützt auch vor einer HEP-D

Hepatitis E

Dieser Virus ist stark verbreitet in Vorderasien, Nordafrika, Südamerika und in den Balkanländern. Reisende in diese Gebiete sind besonders gefährdet.

Erreger:
Hepatitis E-Virus

Übertragung:
Das Virus wird wie HEP-A übertragen.
Übertragung über Blut-Blut, Speichel; Urin oder Sperma ist sehr selten bzw. noch nicht völlig geklärt.

Inkubationszeit:
2 Wochen - 2 Monate

Symptome:
Akute Infektion: keine oder kaum Beschwerden, bei ausgeprägtem Verlauf Gelbsucht
Hepatitis E wird nicht chronisch.

Diagnose:
Blutuntersuchung

Behandlung:
In der Regel heilt die Infektion von selbst aus.

Krankheitsbilder:
Abhängig von Schwere und Verlauf der Infektion

Vorbeugung:
Keine Impfung möglich
Auf Reisen Wasser abkochen, Obst schälen; Verzehr von Muscheln, Schalentieren, Salaten, Eis und Eiswürfeln meiden.
Safer Use und Safer Sex verringern das Übertragungsrisiko.


   
       
Hildegard      
     
  © Zürcher Aids-Hilfe 2004. Quelle: Aids-Hilfe Schweiz, Medecin-worldwide