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Szenen-Tipps für Einsteiger

Bars:
In den meisten Bars gibt es eine Stammkundschaft, die sich dort in erster Linie mit Bekannten trifft. Wenn du in eine Bar gehst, nimm dir Zeit, um Stimmung und Publikum zu erspüren. Wenn es dir nicht behagt, geh wieder. Wenn du öfters in die gleiche Bar gehst, wirst du dort mit der Zeit auch immer wieder Bekannte treffen. Das macht die Besuche vielleicht weniger prickelnd, aber geselliger.

Gay Partys:
Tanzen, mit Freunden Spass haben, quatschen und natürlich auch flirten! Das Angebot an schwulen Partys ist gross - kein Wochenende, an dem nicht irgendwo etwas los ist. Das kann mit der Zeit ganz schön an die Substanz gehen. Zeitschriften, Flyer und Internet sagen dir, wo was abgeht. Viele Partys finden regelmässig statt und haben oft eine ganz eigene Stimmung. Es heisst also auch hier: Ausprobieren, wo du dich am wohlsten fühlst.

Darkrooms:
Manche Schwulen-Bars und Discos haben einen Darkroom. Dark bedeutet Dunkel, und dunkel ist es dort tatsächlich. Wer dorthin geht, sucht Sex und findet ihn auch. Wichtig : die Safer Sex Regeln gelten auch im Dunkeln!

Toiletten:
Im Fachjargon heissen sie "Klappen". Der Sex findet in der Regel vor Ort statt. Oft sind es Toiletten im Bereich von einschlägigen Parks. Allerdings gibt es nach wie vor Männer, die Toiletten wirklich nur zum Pinkeln aufsuchen. Auf der Klappe hast du mit Gewalt, Polizeikontrollen oder Gaunereien zu rechnen.

Internet:
Seit es das Internet gibt, tummeln sich auch die Schwulen darin. Und so manch einer hat hier seine ersten Erfahrungen gesammelt. Du findest heisse Bilder, Chat-Räume und auch Seiten für Inserate. In Chatrooms lernst du Leute kennen, mit denen du dich auch treffen kannst. Aber nutze deinen gesunden Menschenverstand, denn nicht alles, was in der Anonymität des Internets erzählt wird, entspricht auch der Wahrheit.
Wenn du auf Kontaktseiten ein Profil erstellen willst, achte darauf, dass du keine Bilder zeigst, die deinen steifen Schwanz, Ausscheidungen, Sex mit Tieren oder Sex mit Kindern darstellen. Überprüfe, ob die Seite einen Jugendschutz hat, sonst kannst du Probleme mit der Justiz kriegen.

Lesbischwule Organisationen und lesbischwule Jugendgruppen:
Die gibt es fast in der ganzen Schweiz. Hier geht's vor allem ums Zusammensein mit anderen Schwulen und Lesben. Manche Gruppen pflegen in erster Linie die Geselligkeit, organisieren Partys oder kulturelle Events. Manche sind zudem politisch aktiv. Meist sind es Vereine, d.h. das Angebot wird letztlich von den Mitgliedern selbst gemacht - ideal für deinen ersten Schritt in die neue Welt, denn gerade in Jugendgruppen findest du andere Schwule, die diesen Schritt vor nicht allzu langer Zeit selbst gemacht haben.

Parks:
Jede Stadt hat ihre Parks, wo Männer Sex mit Männern suchen. Geborenen Jägern sagt dies zu, es ist aber mit einigen Risiken behaftet. Im Dunkeln siehst du nicht, mit wem du dich einlässt. Es kann auch sein, dass die Polizei dich kontrolliert (allerdings hast du nichts zu befürchten).Schwule in Parks sind aber auch beliebte Opfer von Raubüberfällen und homophober Gewalt. Parks sollten trotz schwuler Freuden für die übrige Bevölkerung angstfrei benutzbar sein. Die Pariser, die du selbstverständlich mitgebracht und benützt hast, bitte auch korrekt entsorgen.

Saunas:
Schwulen Saunas verfügen meist über eine angenehme Infrastruktur mit Bar, grosszügigen Ruhezonen und oftmals Kabinen, in denen sich Männer ungestört vergnügen können. Vorteil der Saunas: Wenn sich nichts ergibt, hast du wenigstens etwas für deine Gesundheit gemacht. Und wenn sich was ergibt, ist dein Partner sauber und du siehst, wen du vor dir hast. Auch hier darfst du nicht vergessen, die bereitgestellten Pariser und Gleitmittel zu benutzen.

Wie viele sind wir eigentlich?
Hieb- und stichfeste Zahlen zu Homosexualität gibt es nicht. Die von Studien angeführten Werte schwanken, da es sich um Schätzungen handelt. Diese wiederum stützen sich auf Angaben aus Befragungen - beim Thema Homosexualität ist die Dunkelziffer gross. Grundsätzlich kannst du davon ausgehen, dass es in jeder Schulklasse einen bis zwei Schwule hat und dass es in der Schweiz mehr Schwule und Lesben gibt als Bauern.

Eine Studie aus dem Jahr 2001 (W.Bochow, Sozial- und sexualwissenschaftliche Erkenntnisse zur Homosexualität, epd Dokumentation 23/23 Heft 1, S. 42 ff), nimmt an, dass in Westeuropa ungefähr 1.5% der Männer über zwanzig offen schwul leben, 1.5% versteckt und 3% bisexuelle Tendenzen haben.
Laut von Master und Johnsen überarbeiteter Fassung des Kinsey-Reports sind 5% der männlichen Bevölkerung schwul oder bisexuell, in Ballungsräumen sogar bis zu 10%.

Nun, was stimmt? Es zeigt mit Sicherheit, dass du nicht alleine bist.

   
       
Hildegard      
     
  © Zürcher Aids-Hilfe 2004. Quelle: Broschüre "Selbstvertändlich" AHS; Pink-Cross