Was Mann so alles zu sich nimmt!
Was geschieht in deinem Gehirn?
Dein Gehirn besteht aus rund 100 Milliarden Nervenzellen, die untereinander
Signale weiterleiten. Dabei werden Neurotransmitter (Botenstoff-Moleküle)
ausgeschüttet. Psychoaktive Substanzen greifen ins Neurotransmitter-Gleichgewicht
ein. Wenn dieses Gleichgewicht gestört wird, verändern sich deine
Gefühle und deine Wahrnehmungen.
- Alkohol zum Beispiel wirkt auf Gebiete im Gehirn, die Denkprozesse und Bewegung
kontrollieren. LSD wirkt unter anderem im visuellen Zentrum. Und Ecstasy greift
in dein Gefühlszentrum ein.
Bei lang andauernder oder zu hoch dosierter Anwendung psychoaktiver Substanzen
kann dein Gehirn und damit auch deine Psyche dauerhaft aus dem Gleichgewicht
geraten.
Es gibt keinen Drogenkonsum ohne Risiken
Wenn du Risiken ganz vermeiden willst, nimm keine Drogen. Wenn du dich trotzdem
entscheidest, Drogen zu konsumieren, kannst du dich mit dieser Seite über
die verschiedenen Substanzen, ihre Risiken und Nebenwirkungen informieren und
so Gefahren besser einschätzen lernen.
Rechtliches
Der Erwerb, Verkauf und Konsum von illegalen Drogen (ausser Alkohol und Nikotin)
wird strafrechtlich verfolgt. Die Konsequenzen deines Konsums trägst du
allein. Deshalb: Informiere dich, plane voraus und nimm dir Zeit, deine eigenen
Erfahrungen zu machen und zu verarbeiten.
Drogen und Sex
Drogen können sexuelle Wünsche und Erlebnisse freilegen oder intensivieren.
Einige bewirken eine Enthemmung, andere erhöhen deine Potenz, sie können
sie aber auch zum Verschwinden bringen. Wichtig ist, dass du dich noch vor dem
Konsum für alle Fälle bereitmachst, d.h. Kondome und Gleitmittel bereitstellst.
Und am besten wartest du ab, bis die Wirkung der Substanz abgenommen hat und
du wieder einen klaren Kopf hast. Unter Drogen kann es sein, dass du für
dich neue Sexpraktiken entdeckst und ausprobieren willst; denke daran, zwei
unsichere Sachen auf einmal können dich überfordern.
Es gilt: Safer Sex
Nicht alle Drogen sind Partydrogen
Durch psychoaktive Substanzen ausgelöste Reizüberflutungen können
Körper und Psyche massiv belasten. Deshalb teste bewusstseinsverändernde
Drogen zuerst im geeigneten Setting und in Begleitung aus.
Weniger ist mehr
Riskante Dosierungen sind vom Körpergewicht, der Funktionsweise des Organismus
sowie vom Reinheitsgrad der Substanzen abhängig. Eine genaue Dosierungsangabe
ist ohne Pillentesting nicht möglich. Deshalb: dosiere vorsichtig.
Beim Kauf
Kauf nicht wahllos die erste Pille oder das erste Pulver. Erkundige dich erst
nach den Wirkungen, der verträglichen Dosierung und verhalte dich kritisch.
Du weisst nie genau, welche Wirkstoffe in welcher Dosierung vorhanden sind.
Um Menge und Inhaltsstoffe sowie gefährliche Beimischungen und Verunreinigungen
bestimmen zu können, braucht es eine chemische Analyse. Dosiere deshalb
prinzipiell niedrig und teste zuerst eine kleine Dosis.
· Nutze, wenn möglich, das Pillentestangebot. Wo Tests gemacht werden,
findest du unter www.Saferparty.ch/test/locations
Safer Sniffing
Auch durch das Teilen von Sniff-Utensilien wie Röhrchen oder Banknoten
kann man sich mit schweren Infektionskrankheiten infizieren. Schon kleine Verletzungen
in der Nasenschleimhaut durch scharfkantige Röhrchen genügen, um sich
beispielsweise mit Hepatitis zu infizieren.
Deshalb: Röhrchen und/oder Banknoten nicht gemeinsam benützen.
Gönne deiner Nasenschleimhaut genügend Erholung, reinige und pflege
sie regelmässig.
- Hacke das Pulver so klein wie möglich - je grösser die Kristalle,
desto mehr schädigen sie deine Nasenschleimhaut.
- Nasenspülung: 1 Löffel Mehrsalz, Emser-Salz o.ä. in 1/4 Liter
warmem Wasser auflösen, Kopf zur Seite neigen und durch ein Nasenloch
laufen lassen, das Wasser läuft dann durch das andere Nasenloch wieder
raus. Anschliessend ein wenig Salbe oder Nasenöl gegen die Trockenheit
einreiben.
Ist deine Nase beeinträchtigt oder geschädigt, suche einen Arzt
auf.
Don't drug and drive
Auf Drogen ist deine Fahrtüchtigkeit eingeschränkt. Psychoaktive Substanzen
beeinflussen deine Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit nachhaltig und länger,
als du merkst. Verzichte unter dem Einfluss psychoaktiver Substanzen auf das
Lenken von Fahrzeugen, bring dich und andere nicht in Gefahr.
- Benütze öffentliche Fahrzeuge oder gehe zu Fuss.
- Ab 1. Januar 2005 gilt für folgende Substanzen die Nulltoleranz im
Strassenverkehr: Cannabis, Heroin/Morphin, Kokain, Amphetamin, Methamphetamin,
MDMA und andere Amphetaminderivate.
Drug, Set und Setting
Diese drei Faktoren stehen in enger Wechselwirkung und bestimmen die Art und
Weise des Konsums und die Wirkung von Drogen entscheidend mit.
Unter Drug versteht man alles, was direkt mit der Droge zu tun hat: die Substanz,
die genommen wird, die Dosierung und die Qualität der Droge.
Zum Set gehört all das, was du als Konsument mitbringst: deine persönliche
Geschichte, die Erwartungen und Ängste sowie die aktuelle Stimmung und
die körperliche Verfassung.
Das Setting schliesslich meint das Umfeld, in dem sich der Rausch abspielt:
der Ort, an dem Drogen konsumiert werden, wer sonst noch in der Nähe ist
und ob es störende oder angenehme äussere Einflüsse gibt.
Nicht Vergessen!
Konsumiere nur, wenn du dich fit und ausgeglichen fühlst; verzichte auf
Konsum, wenn Ängste oder Zweifel auftauchen. Wähle das Umfeld vorher
bewusst aus.
- Du solltest dich in der Umgebung, in der du Drogen konsumierst, sicher und
wohl fühlen.
- Nimm psychoaktive Substanzen nur mit Menschen, denen du vertraust. Wenn
sie erfahren sind um so besser.
- Wenn du an Partys oder anderswo Drogen konsumierst, sprich dich mit Freunden
ab, aufeinander aufzupassen und niemanden allein zu lassen. Ihr solltet voneinander
wissen, was und wie viel jeder genommen hat.
Wirf nicht zu schnell nach!
Wenn die Wirkung auf sich warten lässt, heisst dies noch nicht, dass sie
ausbleibt. Es kann bis zu drei Stunden dauern, bis eine Substanz ihre volle
Wirkung entfaltet.
Mischkonsum
Die Kombination von zwei oder mehr Substanzen innerhalb kurzer Zeit belastet
Körper und Psyche stark. Erhöhe das Risiko nicht unnötig und
entscheide dich für eine Substanz.
Chill out
Plane genug Zeit zum Ausruhen ein. Nach dem Rausch sind Ruhe und Entspannung
wichtig. Gesundes Essen, Vitamine und genügend Schlaf stärken deine
Abwehrkräfte, die durch Partystress und Schlafmangel beeinträchtigt
werden.
Besonders nach Ecstasy, Speed oder Kokain kann es zu einem Hangover mit Motivationslosigkeit,
depressiven Verstimmungen, Angst und Unsicherheit kommen. Du bist erschöpft
und müde und hast ein gesteigertes Ruhebedürfnis. Verzichte beim Hangover
unbedingt auf Nachlegen oder Mischkonsum - du verzögerst damit nur das
Einsetzen der Nachwirkungen und du verstärkst die negativen Gefühle.
Too much
Bei hohen Dosierungen, häufigem Konsum und Mischkonsum werden die unangenehmen
Nachwirkungen stärker und häufiger.
Je höher du dosierst und je öfter du Drogen nimmst, desto grösser
ist das Risiko, dass du dir dauerhaft Schaden zufügst.
Scheu dich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn du deinen
Konsum nicht mehr im Griff hast, oder nicht mehr mit ihm klar kommst.
Im Notfall
- Ruhe bewahren
- bei der betroffenen Person bleiben und sie nach Möglichkeit bei Bewusstsein
halten
- Sanität oder Notfallarzt benachrichtigen (Tel. 144)
- Bis Sanität kommt, erste Hilfe leisten
- Der Sanität mitteilen, was konsumiert wurde. Die Sanität ist an
die gesetzliche Schweigepflicht gebunden.
Bei Horrortrips, Panik- und Angstanfällen
- Lass die betroffene Person nicht alleine.
- Rede ihr beruhigend zu. Versuche, positive Gedanken und Geborgenheit zu
vermitteln.
- Ortswechsel können helfen. Bring die Person an die frische Luft und
biete ihr Wasser und Tee an.
- Halte Körperkontakt.
- Bessert sich der Zustand nicht, verständige die Sanität.
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