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Wie hoch ist das HIV-Übertragungsrisiko beim Oralverkehr?
Die Safer-Sex-Regeln für Oralverkehr sind:
• Keinen Samenerguss in den Mund nehmen, keinen Samenerguss
schlucken
• Kein Menstruationsblut in den Mund nehmen, kein Menstruationsblut
schlucken
• Kein HIV-Risiko besteht für die Person, die sich oral
befriedigen lässt
Diese Safer Sex-Regeln bezüglich Oralverkehr gelten als genügend,
um sich vor einer HIV-Infektion zu schützen.
Zwar ist theoretisch die Voraussetzung für eine Übertragung
vorhanden (infektiöse Körperflüssigkeit trifft auf
Mundschleimhaut), aber es sind weltweit keine Fälle einer Übertragung
auf diese Weise dokumentiert. Zu HIV-Übertragungen durch Oralverkehr
kam es nur in den Fällen, in denen die geltenden Safer-Sex-Regeln
nicht eingehalten wurden oder eine zusätzliche sexuell übertragbare
Infektionen vorliegt (verletzte Mundschleimhaut).
Gilt das auch, wenn ich Fieberbläschen
an den Lippen, eine Mund- oder Halsentzündung oder andere grössere
Hautverletzungen im Mundbereich habe?
Sind Hautverletzungen im Zusammenhang mit einer anderen sexuell übertragbaren
Infektion (z.B. Herpes) vorhanden oder ist die Mundschleimhaut durch
eine Entzündung oder Verletzung beeinträchtigt, erhöht
sich das HIV-Risiko beim Oralverkehr wesentlich! Wenn solche Hautverletzungen
mit infiziertem Sperma, Scheidenflüssigkeit oder Blut in Kontakt
kommen, ist eine HIV-Infektion auch ohne Samenflüssigkeit oder
Menstruationsblut möglich.
Was muss ich tun, wenn Menstruationsblut oder Samenflüssigkeit
in meinen Mund gelangt ist?
• Sofort ausspucken – nicht schlucken
• Mit warmem Wasser ausspülen
• Nicht sofort Zähne putzen (Schleimhaut könnte dabei
verletzt werden, was das
Übertragungsrisiko
erhöht)
Gelten diese Safer-Sex-Regeln auch für andere sexuell übertragbare
Infektionen?
Nur teilweise! Andere sexuell übertragbare Infektionen wie Syphilis,
Tripper oder Herpes können auch bei Einhaltung der oben genannten
Safer-Sex-Regeln übertragen werden, da diese sich auch durch
Oralverkehr ohne Kontakt mit Sperma oder Blut übertragen lassen.
Achten Sie daher auf allfällige
Symptome, wie
• Ausfluss aus Scheide oder Harnröhre
• Juckreiz, Bläschen, Geschwüre, Wucherungen an den
Schamlippen, Scheide, Penis
oder
an den Hoden
• Schmerzen oder Brennen beim Wasserlösen oder beim Geschlechtsverkehr
• hochroter Gaumen und Rachen
• Veränderungen an Lippen, Zunge
• Zwischenblutungen oder unregelmässige Menstruation
• diffuse Schmerzen im Unterleib
• dumpfer Schmerz oder Ausfluss im Enddarm
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