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Kann ich unmittelbar nach einer Risikosituation
noch etwas unternehmen,
um die Gefahr einer HIV-Infektion zu verringern?
Die ersten Wochen nach einer möglichen Übertragung werden
als "immunologisches"
bzw. "serologisches Fenster" bezeichnet. In dieser Zeit
kann eine Übertragung mit medizinischen Verfahren weder nachgewiesen
noch ausgeschlossen werden. Dieses Fenster ist je nach Person unterschiedlich gross. Bei gewissen Personen kann eine Infektion nach zwei Wochen nachgewiesen werden, bei anderen dauert es bis zur Nachweisbarkeit aber länger. Erst ein negatives Ergebnis nach drei Monaten ergibt die Gewissheit, dass keine Infektion erfolgt ist.
Nach Situationen mit eindeutig hohem Übertragungsrisiko gibt
es nur die Möglichkeit, spätestens innerhalb von 72 Stunden
nach der Risikosituation eines der HIV-Behandlungszentren der grossen
Universitätsspitäler aufzusuchen.
Dort wird man aufgrund der Situationsbeschreibung das Risiko abschätzen
und eventuell
eine so genannte HIV-Postexpositions-Prophylaxe (HIV-PEP oder PEP) vorschlagen. Dies ist eine vorbeugende mehrwöchige medikamentöse Behandlung
mit hochwirksamen Substanzen, die das Risiko einer allfälligen
Übertragung wahrscheinlich deutlich senken – aber nicht
ausschliessen – kann. Ihr Erfolg ist umso besser, je schneller
nach der Risikosituation mit ihr begonnen werden kann.
Eine HIV-PEP kann in folgenden Situationen sinnvoll sein:
1. Die Kontaktperson ist sicher HIV-infiziert; sie ist unbehandelt oder unter einer unvollständig wirksamen antiretroviralen Behandlung und
- es kommt zu ungeschütztem vaginalen oder analen Geschlechtsverkehr
- es kommt zu ungeschütztem oralen Geschlechtsverkehr mit Ejakulation des HIV-infizierten Partners in den Mund
- es wird gebrauchtes Injektionsmaterial einer HIV-infizierten Person verwendet
(Eine HIV-PEP kann in diesen Situationen auch erwogen werden, wenn nicht bekannt ist, ob die Kontaktperson HIV-positiv ist, sie aus einer Region stammt bzw. einer Gruppe angehört, in der HIV stark verbreitet ist).
2. Die potentielle Exposition ereignet sich im Rahmen einer Vergewaltigung
In allen anderen Fällen – d.h. wenn nicht feststeht, dass die Kontaktperson HIV-positiv ist und sie auch nicht zu einer Gruppe gehört bzw. aus einer Region kommt, in der HIV weit verbreitet ist – wird von einer HIV-PEP abgeraten.
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